Lebenslauf von Sensei Pino Arcieri



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  • 5. Dan




Lebenslauf Sensei Pino Arcieri

Pino Arcieri wurde am 25.09.1963 in Margherita di Savoia – Provinz Foggia, einem süditalienischen Dorf am Meer, geboren. Er war als Karatetrainer und als Masseur in einer Praxis für Physiotherapie tätig.

Ortswechsel und Lehrer

Sensei Arcieri's Familie zog aus beruflichen Gründen nach Norditalien, und zwar nach Cormano, zehn Kilometer von Mailand entfernt.

1970 fing sein Vater in einem Verein am Stadtrand von Mailand mit der Übung des Karate an, 1974 begann auch Sensei Arcieri im selben Verein Karate und Judo zu betreiben.

Nach etwa einem Jahr Training hörte sein erster Lehrer auf, Unterricht zu geben. Sensei Arcieris Vater beschloss, den Verein zu wechseln. So fanden sie im Zentrum von Mailand den von Sensei Hiroshi Shirai geleiteten Verein CSKS – Centro Studi Karate Shotokan.

In diesem Verein trainierten die besten Karateka der Zeit, die gegenwärtig aktiv und in der ganzen Welt bekannt sind: Takeshi Naito, Carlo Fugazza, Dario Marchini und viele andere.

Inzwischen gründete Sensei Arcieris Vater, nunmehr Ausbilder geworden, einen Verein in Cormano und nach kurzer Zeit machte auch Sensei Arcieri seine ersten Erfahrungen als Trainer. So konnte er, außer Unterricht zu geben, zweimal die Woche bei seinem Vater und zweimal im Verein von Sensei Shirai trainieren.

1978/79 kam es zur Teilung der FE.S.I.KA.: Viele Sensei beschlossen, einen eigenen Karateverband zu gründen, Sensei Shirai bildete seinerseits eine neue Gruppe und trennte sich vom CSKS. Dadurch verloren sie den Kontakt zu der Gruppe Shirais und gingen zu Sensei Tammaccaro trainieren, einem Schüler von Sensei Shirai und Mitglied der italienischen Kumite Nationalmannschaft.

1979/80 wurde in Italien der Versuch gemacht, einige Verbände zusammenzuschließen, um eine einzige italienische Meisterschaft zu schaffen: So kam es zur Gründung der M.A.C.-I (Martial Arts Commission – Italia). Es wurde eine schöne Erfahrung. Fast alle italienischen Athleten nahmen an den Wettkämpfen teil. Leider dauerte dies unter anderem wegen Unstimmigkeiten über die Wettkampfordnung nicht lange.

Sensei Masaro Miura, Trainer des SKK-I, war Mitglied der M.A.C.-I. Mit seiner kompetenten und respektvollen Art zu trainieren beeindruckte er Sensei Arcieris Vater und gewann seine Wertschätzung. Dieser beschloss, ihm als Lehrer zu folgen. Mit ihm wechselte auch Sensei Arcieri den Lehrer.

Von 1981 bis 1986 folgte der mit Leidenschaft Sensei Miura (zurzeit 8. Dan und europäischer Trainer der SKI, die von Sensei Hirokazu Kanazawa, 9. Dan, geleitet wird). Ihm verdankt er viel von dem, was er gelernt hat.

1984 lernte er auf Sizilien ein deutsches Mädchen kennen. Mit der Zeit genügte es den beiden nicht mehr, sich nur in den Ferien zu sehen. So entschied sich Sensei Arcieri zwei Jahre später, im Jahr 1986, nach Deutschland zu ziehen, und zwar nach Germersheim, der Stadt, in der seine Freundin Fremdsprachen studierte.

Tätigkeit in Deutschland

Anfang 1987 begann er sofort bei der Germersheimer Universität Karateunterricht zu geben. Sein erster Kurs war ein von der Gemeinde angebotener Selbstverteidigungskurs und wurde ein Erfolg: die ersten 50 Schüler. Das war ein Kurs, der nur zehn Abende dauerte. Am Ende des Kurses wollten aber die Teilnehmer weitermachen und machten ihm den Vorschlag, eine Karateschule zu öffnen.

So entstand in Schwegenheim sein erstes Dojo. Manche seiner damaligen Schüler üben noch heute Karate.

Innerhalb eines Jahres wuchs die Zahl seiner Schüler auf etwa 100 an und, da der Raum, in dem man trainierte, klein war (12 x 7 m) und es keine Umkleideräume und Duschen gab, beschloss Sensei Arcieri, eine größere Halle zu benutzen, die er in Germersheim fand. So mussten viele Jugendliche, die keine Möglichkeit hatten, nach Germersheim zu fahren, mit dem Karatetraining aufhören. Es blieben nur etwa 40 Leute übrig, die 1990 den SKR Germersheim gründeten. Dieser trat dem DKV und dem RKV bei.

Nach etwa drei Jahren Arbeit in seinem eigenen Verein begann Sensei Arcieri, seine ersten Schüler an den Wettkämpfen teilnehmen zu lassen, Lehrgänge mit den italienischen und japanischen Meistern – darunter Sensei Fugazza, Marchini, Miura, Shirai – zu organisieren, dann wurde er Landeskampfrichter, Prüfer mit B Lizenz, Übungsleiter des DSB mit dem B Trainer und Landestrainer Kata Rheinland-Pfalz.

Erfolge

In der AIKS Föderation (Accademia Italiana Karate Shotokan) wurde Sensei Arcieri mehrmals italienischer Meister in Kata und Kumite. Er vertrat die Nationalmannschaft bei internationalen Wettkämpfen und Veranstaltungen, wie z.B. dem legendären Budo Gala, einem Wettkampf von Weltniveau mit Vorführungen der besten Meister der Welt, bei dem er in der Jugendkata auf den 1. Platz kam. In der SKK-I (Shotokan Kokusai Karatedo-Italia) war er Mitglied der Nationalmannschaft für Mannschaftskata und Kumite, mit der er seine wichtigsten internationalen Erfahrungen machte.

Grade



Sensei Arcieri erteilte Unterricht in unserem Verein und in ganz Rheinland-Pfalz. Sein Training, das er bislang gab, beruhte auf den Prinzipien des traditionellen Karate: Respekt vor der Kampfkunst, Ernsthaftigkeit während des Trainings und Beachtung der Grundprinzipien, die seit den Anfängen des Karate von Meistern wie Sensei Shirai und vielen anderen überliefert wurden.

Sensei Arcieri erteilte aber auch Agonisten Unterricht, die an Wettkämpfen nach genau bestimmten Regeln teilnahmen. Es wird leider immer schwieriger, dies mit dem traditionellen Unterricht zu verbinden. Dieses Training wurde allerdings getrennt durchgeführt. Nur Wettkämpfer nahmen daran teil. In seinem Training im Verein sowie auf Lehrgängen blieb sein Unterricht auch nach traditionellen Prinzipien ausgerichtet, wobei auf gewisse besonders strenge Methoden verzichtet wurde, die im ursprünglichen Karate Anwendung fanden, nach dem Verständnis des modernen Karate jedoch als überholt gelten.

Wichtig ist, sagte Sensei Arcieri, das zu verstehen, was man gerade tut und zu akzeptieren, dass Könnerschaft und physische und geistige Sicherheit, auch wenn es schwierig zu sein scheint, nur durch langes und ernsthaftes Training, ohne Grundkomponenten zu verkürzen oder zu übergehen, erreicht werden können.